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Schmelzeigenschaften Leitfaden

PhysikAnfängerLesezeit: 3 Min

Übersicht

Eis schmilzt, Stahl schmilzt und Kerzen schmelzen auch. Der Wechsel eines Stoffes von fest zu flüssig wird als „Schmelzen“ bezeichnet. Haben Sie jedoch bemerkt, dass beim Schmelzen von Fixiersalz (Natriumthiosulfat) die Temperatur bei 48C48^\circ\text{C} feststeckt, während Paraffinwachs beim Brennen immer heißer und dünnflüssiger wird? Dieses Experiment verwendet die klassische „Wasserbad“-Methode, um Ihnen die wesentlichen Unterschiede zwischen kristallinen und amorphen Substanzen während des Schmelzprozesses zu zeigen.

Hintergrund

Die systematische Untersuchung von Schmelzphänomenen begann im 18. Jahrhundert. 1761 schlug der schottische Chemiker Joseph Black erstmals das Konzept der „Latenten Wärme“ vor. Er entdeckte, dass Eis zwar während des Schmelzens weiterhin Wärme aufnimmt, seine Temperatur jedoch konstant bleibt – diese Wärme ist „versteckt“, um die Kristallstruktur aufzubrechen. Im 19. Jahrhundert enthüllten Wissenschaftler weiter die regelmäßige Anordnung von Atomen im Inneren von Kristallen durch Röntgenbeugungstechnologie und erklärten, warum Kristalle einen festen Schmelzpunkt haben, während die atomare Anordnung von amorphen Substanzen wie Glas und Asphalt ungeordnet ist, so dass es keine klare Phasenübergangstemperatur gibt. Diese Entdeckung vertiefte nicht nur unser Verständnis der mikroskopischen Struktur von Materie, sondern legte auch den Grundstein für die moderne Materialwissenschaft.

Schlüsselkonzepte

Kristallin (Crystalline)

Feststoffe mit regelmäßiger innerer Teilchenanordnung und festen Schmelzpunkten. Häufige Beispiele sind Eis, Speisesalz, Fixiersalz und Metalle.

Amorph (Amorphous)

Feststoffe mit ungeordneter innerer Teilchenanordnung und ohne feste Schmelzpunkte. Häufige Beispiele sind Paraffin, Glas, Kolophonium und Asphalt.

Schmelzpunkt (Melting Point)

Der spezifische Temperaturwert, den ein Kristall während des Schmelzprozesses beibehält.

Formeln & Herleitung

Wärmeabsorptionsverhältnis

Q=mcΔtQ = mc\Delta t
Vor und nach dem vollständigen Schmelzen führt die Aufnahme von Wärme zu einem Temperaturanstieg. Während des Schmelzprozesses wird die vom Kristall aufgenommene Wärme jedoch verwendet, um die Gitterstruktur zu zerstören, anstatt die kinetische Energie der Moleküle zu erhöhen, sodass die Temperatur nicht ansteigt.

Experimentier-Schritte

  1. 1

    Versuchsobjekt auswählen

    Wählen Sie zuerst „Fixiersalz“. Beachten Sie, dass der Anfangszustand festes Granulat bei etwa 20C20^\circ\text{C} ist. Die Verwendung eines Wasserbads verhindert eine lokale Überhitzung.
  2. 2

    Erhitzen starten und Kurve beobachten

    Klicken Sie auf „Erhitzen starten“. Beobachten Sie sorgfältig den Trend der Temperatur-Zeit-Kurve und die Veränderungen im Aussehen des Fixiersalzes. Was passiert mit dem Zustand des Fixiersalzes, wenn die Temperatur auf einen bestimmten Wert steigt?
  3. 3

    Kurvenmerkmale analysieren

    Beobachten Sie weiterhin die Temperatur-Zeit-Kurve. Steigt die Kurve immer an? Wenn ein Plateau erscheint, in welchem Zustand befindet sich das Fixiersalz dann? Was sind die Merkmale der Temperatur?
  4. 4

    Vergleich mit Amorph

    Setzen Sie das Experiment zurück und wechseln Sie zu „Paraffin“. Klicken Sie auf Erhitzen und vergleichen Sie, wie sich die Temperatur-Zeit-Kurve von Paraffin von der von Fixiersalz unterscheidet. Wie ist die Zustandsänderung von Paraffin während des Erhitzungsprozesses?

Lernergebnisse

  • Fassen Sie die Bedingungen für das Schmelzen von Kristallen zusammen: Erreichen des Schmelzpunkts + weitere Wärmeaufnahme.
  • Verstehen Sie die physikalische Tatsache, dass Kristalle während des Schmelzens bei Wärmeaufnahme eine konstante Temperatur beibehalten.
  • Lernen Sie, das physikalische Phänomen des „Temperaturanstiegs und Erweichens“ beim amorphen Schmelzen zu beschreiben.
  • Beherrschen Sie den Zweck der Wasserbad-Heizmethode und die Details der Verwendung von Thermometern.

Praxisanwendungen

  • Stahlherstellung: Nutzung der Eigenschaft, dass Eisen ein Kristall ist, um die Ofentemperatur für präzises Schmelzen zu steuern.
  • Gießen: Nutzung der Eigenschaft, dass flüssiges Metall abkühlt und wieder zu Kristallen erstarrt.
  • Glasverarbeitung: Nutzung der Eigenschaft, dass Glas amorph ist und keinen festen Schmelzpunkt hat, um es beim Erweichen in Kunstwerke zu dehnen und zu blasen.

Häufige Irrtümer

Irrtum
Wenn das Fixiersalz 48C48^\circ\text{C} erreicht, schmilzt es sofort vollständig.
Richtig
Nicht unbedingt. Es muss auch kontinuierlich Wärme aus der Umgebung aufnehmen. Wenn die Umgebungstemperatur ebenfalls 48C48^\circ\text{C} beträgt, kann das Fixiersalz nicht schmelzen.
Irrtum
Kristalle können nur bei der Schmelzpunkttemperatur im flüssigen Zustand sein.
Richtig
Falsch. Am Schmelzpunkt kann ein Kristall fest (gerade Schmelzpunkt erreicht), flüssig (gerade vollständig geschmolzen) oder ein fest-flüssiger Koexistenzzustand sein.

Weiterführende Literatur

Bereit zum Start?

Da du nun die Grundlagen verstehst, starte das interaktive Experiment!