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Flüssigkeitsdruck Leitfaden

PhysikMittelstufeLesezeit: 3 Min

Übersicht

Warum müssen Tiefseetaucher schwere, druckfeste Anzüge tragen? Warum sind Staudämme unten breiter gebaut? Die Antworten liegen tief in der Flüssigkeit. Dieses Experiment verwendet ein Mikromanometer (U-Rohr-Manometer), um Sie unter Wasser zu bringen, um intuitiv die 'drei Schlüsselvariablen' zu messen und zu erforschen, die den Flüssigkeitsdruck bestimmen.

Hintergrund

Das Studium des Flüssigkeitsdrucks ist untrennbar mit dem französischen Wissenschaftler Blaise Pascal (1623–1662) verbunden. 1648 führte Pascal das berühmte 'Fassexperiment' durch: Er steckte ein langes, dünnes Rohr oben in ein versiegeltes Holzfass voller Wasser. Als eine kleine Menge Wasser aus einer Höhe in das dünne Rohr gegossen wurde, barst das Fass tatsächlich aufgrund des immensen Innendrucks! Dieses Experiment bewies anschaulich, dass der Flüssigkeitsdruck nicht von der Gesamtmenge der Flüssigkeit, sondern nur von der Tiefe abhängt. Pascal entdeckte auch das 'Pascalsche Prinzip': Druck, der auf eine eingeschlossene Flüssigkeit ausgeübt wird, überträgt sich ungemindert in alle Richtungen, ein Prinzip, das bis heute die Grundlage für hydraulische Pressen und Heber ist. Zu Ehren seiner Beiträge ist die internationale Druckeinheit 'Pascal' (Pa) benannt.

Schlüsselkonzepte

Manometer (Manometer)

Ein Instrument zur Messung des Flüssigkeitsdrucks. Die Gummimembran der Sonde spürt Druck, was zu einem Höhenunterschied in den Flüssigkeitspegeln auf den beiden Seiten des U-Rohrs führt. Je größer der Höhenunterschied, desto größer der Druck.

Flüssigkeitsdruck (Liquid Pressure)

PP

Der Druck, den eine Flüssigkeit aufgrund der Schwerkraft und ihrer Fließfähigkeit auf ihr Inneres und die Behälterwände ausübt.

Formeln & Herleitung

Flüssigkeitsdruckformel

P=ρghP = \rho g h
Druck PP hängt von der Dichte der Flüssigkeit ρ\rho, der Erdbeschleunigung gg und der Tiefe hh ab. Hinweis: Er ist unabhängig von der Masse der Flüssigkeit, dem Volumen und der Behälterform.

Experimentier-Schritte

  1. 1

    Luftdichtheit prüfen

    Drücken Sie vor dem Experiment sanft auf die Gummimembran der Sonde. Wenn ein deutlicher Höhenunterschied in den Flüssigkeitspegeln des U-Rohrs auftritt und sich nach dem Loslassen wiederherstellt, ist das Gerät luftdicht.
  2. 2

    Tiefe vs. Druck untersuchen

    Tauchen Sie die Sonde senkrecht in klares Wasser und ändern Sie die 'Sondentiefe'. Beobachten Sie, wie sich der Höhenunterschied des U-Rohrs ändert, wenn die Tiefe hh zunimmt.
  3. 3

    Richtungsgleichheit überprüfen

    Bleiben Sie auf der gleichen Tiefe und ändern Sie die 'Sondenrichtung' (Oben, Unten, Links, Rechts). Beobachten und bestätigen Sie, ob der Höhenunterschied konstant bleibt.
  4. 4

    Verschiedene Flüssigkeiten vergleichen

    Wechseln Sie bei gleicher Tiefe die Flüssigkeit von 'Klarem Wasser' zu 'Salzwasser' oder 'Kerosin'. Vergleichen Sie die Wirkung verschiedener Dichten auf den Druck.

Lernergebnisse

  • Bestätigen, dass der Druck am gleichen Punkt unter Wasser in alle Richtungen gleich ist
  • Das Gesetz beherrschen, dass der Druck linear mit der Tiefe zunimmt
  • Überprüfen, dass bei gleicher Tiefe der Druck umso größer ist, je größer die Flüssigkeitsdichte ist
  • Die Anwendung des Prinzips der 'Kommunizierenden Röhren' im Messprozess verstehen

Praxisanwendungen

  • Drei-Schluchten-Damm: So konzipiert, dass er unten extrem breit ist, um dem enormen horizontalen Druck in tiefen Wasserständen standzuhalten
  • Tauchgrenzen: Die Konstruktionsunterschiede zwischen gewöhnlichen Tauchern und Tiefsee-U-Booten dienen genau dazu, unterschiedlichen hydrostatischen Drücken standzuhalten
  • Wassertürme: Nutzen den Höhenunterschied, um Druck zu erzeugen und Wasser an Bewohner in höheren Stockwerken zu liefern

Häufige Irrtümer

Irrtum
Der Druck am Boden eines großen Eimers Wasser ist immer größer als der Druck am Boden einer kleinen Tasse Wasser
Richtig
Nicht unbedingt. Druck hängt nur von Tiefe und Dichte ab. Wenn der Wasserstand in einem teilweise gefüllten großen Eimer niedriger ist als in einer Tasse, ist der Druck am Boden des Eimers tatsächlich geringer.
Irrtum
Flüssigkeitsdruck wirkt nur nach unten
Richtig
Falsch. Da Flüssigkeiten fließen können, üben sie Druck auf die Seitenwände aus und aufgrund des Prinzips des Auftriebs sogar Druck nach oben auf den Boden von Objekten.

Weiterführende Literatur

Bereit zum Start?

Da du nun die Grundlagen verstehst, starte das interaktive Experiment!